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KKI, Bildung und Schule

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Schulpraxis

Fast jeder Schüler nutzt KI

Von Volker Wacker

Digitale Nachhilfe statt Klassenzimmer? - Wie KI das Lernen in der Schweiz verändert

Digitale Nachhilfe statt Klassenzimmer? - Wie KI das Lernen in der Schweiz verändert

(Zusammenfassung nach einem Beitrag der Neuen Zürcher Zeitung, 10. August 2025)

Immer mehr Schweizer Schülerinnen und Schüler nutzen Künstliche Intelligenz (KI), Lernplattformen und Erklärvideos als primäre Wissensquelle - oft ergänzend, zunehmend aber auch anstelle des klassischen Unterrichts. Ein Beitrag der Neuen Zürcher Zeitung vom 10. August 2025 zeigt, wie tiefgreifend dieser Wandel das Bildungssystem bereits erfasst hat - und welche Chancen wie Risiken damit verbunden sind.

Beispielhaft steht dafür das Zürcher Start-up tutor.new, das mit KI-Avataren wie "Maya" personalisierte Nachhilfe in Echtzeit bietet. Solche Tools erklären, visualisieren, testen und dokumentieren den Lernfortschritt - individuell, jederzeit und ortsunabhängig. Laut einer Befragung der Universität Zürich greifen bereits 90 Prozent der Jugendlichen an Gymnasien, Berufs- und Fachmittelschulen auf KI-Hilfe zurück, ein Teil davon auch für unerlaubte Zwecke wie Plagiate.

Parallel dazu haben Bildungsinfluencer auf Plattformen wie TikTok, YouTube oder Studyflix millionenfache Reichweiten aufgebaut. Sie bedienen vor allem Fächer mit hohem Erklärbedarf - Mathematik, Naturwissenschaften - und kompensieren wahrgenommene Defizite des Schulunterrichts. Professionalisierte Angebote werden zunehmend von großen Medienhäusern oder Investoren betrieben und entwickeln sich zu einem lukrativen Markt.

Die Folgen für den Unterricht sind ambivalent. Auf der einen Seite entstehen neue Möglichkeiten: Konzepte wie Flipped Classroom verlagern die Stoffvermittlung ins Digitale, während die Präsenzzeit für individuelle Förderung und kritische Diskussion genutzt wird. KI-gestützte Programme können Lehrkräfte entlasten, indem sie Routineübungen übernehmen und Raum für Coaching, Kreativität und soziale Kompetenzen schaffen.

Auf der anderen Seite warnen Fachleute vor "cognitive offloading": Wer sich zu oft auf fertige Antworten verlässt, riskiert, grundlegende Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben, Textverständnis oder kritisches Denken zu verlernen. Hinzu kommen Gefahren durch Falschinformationen, fehlende Quellenkritik und Ablenkung.

Pädagogen wie die ETH-Professorin Martina Rau und der Bildungsforscher Beat A. Schwendimann betonen daher: Lehrkräfte bleiben unverzichtbar, ihre Rolle wird aber komplexer. Sie müssen digitale Angebote in den Unterricht integrieren, die Medienkompetenz der Lernenden fördern und zugleich neue Formen der Stoffvermittlung entwickeln, die mit der Attraktivität der digitalen Konkurrenz mithalten können.

Ob KI im Bildungsbereich vor allem Werkzeug, Konkurrenz oder Katalysator ist, hängt letztlich davon ab, wie Schulen, Lehrkräfte und Politik die Transformation gestalten. Klar ist: Die Schule der Zukunft wird stärker denn je zum Ort, an dem junge Menschen lernen, Wissen kritisch zu prüfen - und Fähigkeiten entwickeln, die kein Algorithmus ersetzen kann.