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KKI, Bildung und Schule

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Bildungspolitik

G9neu im Zeitalter von KI - Rolle rückwärts

Von Volker Wacker

Nun sind fast alle Bundesländer zum neunjährigen Gymnasium zurückgekehrt, zumindest in den westlichen Ländern.

Nun sind fast alle Bundesländer zum neunjährigen Gymnasium zurückgekehrt, zumindest in den westlichen Ländern. Auch das Land Baden-Württemberg. Das ist letztlich eine fatale Entscheidung mit Blick auf die Lebens und die neue Lernwelt von Schülern. Denn nur in der Schule und unter Begleitung durch Lehrkräften kann noch garantiert werden, dass Schüler auch eigenständig lernen und nicht grundsätzlich den Weg über eine KI wählen. Und diese gemeinsame Lernzeit mit Lehrkräften wurden nun verkürzt, indem praktisch alle Schüler bis ins Alter von 16 Jahren um 13:00 Uhr nach Hause gehen und dann der Selbstständigkeit unterworfen sind. Sie haben die Wahl zwischen selbstständigem Lernen zu Hause, ohne permanentem Selbstbetrug durch sofortige Verwendung von Lösungen, die KIerstellt. Aber sie können auch die Nachmittage nur mit Spielen und Chatten am Smartphone verbringen oder aber auch nach dem Lernen anderen sinnvollen Hobbys nachgehen.

Aber die Lebenswelt ist nicht mehr jene aus den Zeiten des alten G9. Die Eltern-Initiative in Baden-Württemberg, die maßgeblich das neunjährige Gymnasium herbeigeführt hat, ist letztlich einem reaktionären Modell von Gesellschaft und dann auch von Schule verfallen. Es ging ihr stets auch um mehr Zeit für die Hobbys klassisch bildungsbürgerlicher Familien, die die das Geld und die Zeit haben, ihre Kinder zum Reiten, Tennis, Ballett und in die Musikstunde zu bringen. Nun, die meisten Eltern sind heute aber ganztätig berufstätig. Viele Kinder leben in Familien mit nur einem Elternteil und die Betreuungszeiten in G9 in der Schule sind nun durch ein verstärktes Controlling der Ministerialbürokratie ebenfalls nicht mehr gesichert. Mit Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse und auch auf die völlig veränderten Lernwelten durch KI wäre es sinnvoll, wenn alle Schüler wenigstens zwei Nachmittage in der Schule wären und wenn dafür die Politik die Ressourcen zur Verfügung stellen würde. Der Verweis darauf, dass man ja auch an einer Gemeinschaftsschule, die ja als Ganztagsschule funktioniert, sein Abitur machen kann, nützt nichts, denn viele Gemeinschaftsschulen sind nichts anderes als eine Kombination aus Hauptschule und Realschule und nicht wirklich in der Lage gymnasiales Schule so zu fördern wie ein Gymnasium. Die Rückkehr zu G9 ohne Ressourcengewährung für flächendeckenden Ganztag ist letztlich eine gesellschaftspolitische Rolle rückwärts und damit reaktionär. G8 hat an vielen Standorten modernisierende Impulse bewirkt. Vieles davon wird nun abgewickelt (freie und flexible Ganztagsmodelle, Mensen, schülermotivierende Angebote durch große Zahl frei verfügbarer Poolstunden). Es ist nun nur konsequent, wenn G9-Gymnasien die Intention der Befürworter von G9 umsetzen und eben das gewollte totale Halbtagsgymnasium realisieren und ihre Pforten um 13:00 schließen und Eltern bitten, Nachmittage der Kinder selbst zu organisieren und Aktivitäten wie Reiten, Tennis und Ballett einzukaufen.