Vollständige ArtikelfassungSie können den Artikel ausdrucken oder unmittelbar als PDF öffnen.
Zurück zum Artikel
KKI, Bildung und Schule

Vollständige Artikelfassung

Essay & Kritik

KI schärft Denken

Von Volker Wacker

Barnaby Skinner schreibt in der NZZ vom 31. Dezember 2025 unter dem Titel "Im Dialog mit der Maschine" über KI als Denkpartner.

Abbildung 1 zum Beitrag "KI schärft Denken"

Barnaby Skinner schreibt in der NZZ vom 31. Dezember 2025 unter dem Titel "Im Dialog mit der Maschine" über KI als Denkpartner. Er wendet sich gegen Alarmruf und Heilsversprechen. Sein Punkt: "Die Maschine macht Denken nicht überflüssig, sie legt Denkfehler frei."

Zentral ist Skinners Einspruch gegen die gängige These vom digitalen Einheitsbrei. Nicht die Maschine glättet den Menschen, sondern der Mensch sich selbst, sobald er ihr auch das Fragen überlässt. Wer KI mit vagen Prompts füttert, erhält Beliebiges zurück, sauber formuliert, aber oft gedanklich leer.

Wer den Dialog als Prüfstein nutzt, erlebt die Maschine als Spiegel, der begriffliche Schlamperei sichtbar macht. Unschärfen im Denken treten sofort zutage, präzise Fragen schärfen die Antworten; wer nur "Schreib etwas über KI" tippt, bekommt genau das: irgendetwas über KI.

Skinner achtet auf Effizienz. Automatisieren spart nicht unbedingt Zeit. In der Praxis wird der Nutzer zum Kontrolleur.

Er muss prüfen, ob ein Begriff im Kontext kippt, ob eine Quelle existiert, ob ein Satz etwas behauptet, was niemand gesagt hat. Im Journalismus, wo jedes Wort Deutung beansprucht, bleibt Sprache ein politisches Instrument, weil sie festlegt, wer wie zu Wort kommt. Wer das übersieht, gewinnt keine Freiheit, sondern zusätzliche Arbeit und riskiert ein stumpferes Urteil.

KI lebt von Mustern, nicht von Erfahrung. Sie kennt keine Gerüche, kein Zögern, keine biografischen Brüche; sie recycelt Daten, statt Gegenwart zu erleben. Deshalb steigt der Wert menschlicher Erfahrung. Eigene Beobachtungen, genaue Wahrnehmungen und echte Biografien werden zum knappsten Rohstoff in einer Welt, in der Serverfarmen überlaufen und Maschinen Inhalte massenhaft variieren, ohne etwas Neues zu fühlen.

Skinner liefert kein Techniklob, er verlangt Disziplin. KI ist kein Ersatz für Urteil oder Leben, sondern ein Trainingsraum für beides. Sortieren, entscheiden, handeln muss der Mensch selbst. Wer diesen Unterschied akzeptiert, verliert die Angst vor der Maschine und macht sich kenntlich, im eigenen Schreiben wie im öffentlichen Streit.

Siehe auch: https://www.perplexity.ai/page/-020kxs9dRcG04L1cjNV.zg

Erstellt unter Verwendung von KI. Für den Inhalt trägt allein der Blogautor die Verantwortung.