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KKI, Bildung und Schule

Vollständige Artikelfassung

Schulpraxis

KI und Schule nach Bronner

Von Volker Wacker

Dr. Patrick Bronner ist Lehrer für Mathematik und Physik an einem Freiburger Gymnasium, Fachberater für Unterrichtsentwicklung am ZSL-Freiburg und Ausbilder für Physik am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg.

Abbildung 1 zum Beitrag "KI und Schule nach Bronner"

Dr. Patrick Bronner ist Lehrer für Mathematik und Physik an einem Freiburger Gymnasium, Fachberater für Unterrichtsentwicklung am ZSL-Freiburg und Ausbilder für Physik am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg.

Auf seiner Internetseite https://www.patrickbronner.de

finden sich viele hilfreiche Infos zum Einsatz von KI in der Schule. Hier eine Zusammenfassung:

Leitidee in einem Satz

Patrick Bronner versteht KI als Lern- und Prüfungsgegenstand einer projekt- und kompetenzorientierten Lernkultur; sie soll fachlich-kritisch genutzt, didaktisch eingebettet und datenschutzkonform organisiert werden.

Didaktisches Grundmodell

  • KI in den Unterricht integrieren: Förderung von Kompetenzaufbau durch präzise Prompts und fachliche Analyse der KI-Antworten; projektorientiertes, schülerzentriertes Lernen statt reiner Wissensreproduktion. KI ist dabei Gegenstand und Werkzeug; ethische Fragen (Bias, Fakes, Nachhaltigkeit) gehören ausdrücklich dazu.
  • Fächerübergreifende Anwendung: Beispiele reichen von Physik (Newton-Dialoge) über Gemeinschaftskunde (politische Analysen prüfen) bis Religion (Grenzen der Urteilsfähigkeit von Sprachmodellen) und Mathematik (Herleitungen bewerten). Fehlerhafte KI-Antworten dienen als Lernanlass.
  • Didaktischer Kniff: Für das Üben von Prompt-Qualität empfiehlt Bronner bewusst ein älteres, fehleranfälligeres Modell (z. B. GPT-3.5) statt des neuesten (z. B. 4o), damit Halluzinationen sichtbar und analysierbar werden.

Prüfungskultur mit KI

  • KI gehört in Klassenarbeiten, wenn sie im Unterricht Thema ist - sonst nehme ein Teil der Lernenden die Materie nicht ernst. Beispiel Klasse 7 Mathematik: unpräziser Prompt → KI-Antwort markieren (richtig/falsch) → Fehler korrigieren und Prompt verbessern. Beispiel Klasse 10 Physik: Mega-Prompt entwickeln, 100-Wörter-Antwort analysieren und korrigieren.
  • Perspektive Abitur: Bronner prognostiziert eine Zulassung von KI-Tools im Abitur bis ca. 2028-2030 (kombiniert mit weiterhin hilfsmittelfreien Teilaufgaben - Analogon Taschenrechner).

Organisation & Datenschutz

Pseudonymisierte Schülerzugänge über virtuelle Klassenzimmer; keine personenbezogenen Daten, keine Nutzung der Inhalte zur Systemverbesserung; zeitlich befristete Zugänge. Hinweis auf Transparenzpflichten (z. B. Schulhomepage) und Fortbildungspflichten gemäß EU AI Act.

Projekte & Werkzeuge

  • Projektmethode als Leitform (offene, forschende, experimentelle Aufträge); Beispiel "Lichterketten & Klimaschutz" mit Erklärvideo: KI zunächst intensiv, später gezielter (v. a. Bilderzeugung, Textfeinschliff). Ziel: Selbstwirksamkeit, Differenzierung, Prozesskompetenzen.
  • Bild-KI im Unterricht: Prompt-Qualität, Stereotype, Fake-Bild-Prüfungen (u. a. SPIEGEL-Test), Emotions-/Gesichtserkennung und CO ₂ -Aspekte thematisieren.
  • Werkzeuge/Beispiele (Auswahl): Lehrer-Chatbot, ALENA (Mathe), Studyly (adaptive Zuweisung) - als Teil einer didaktisch eingebetteten Tool-Landschaft.

Kurze kritische Einordnung

Stärken

  • Didaktische Klarheit: Vom "Tool-Showcase" weg, hin zu konstruktivistischen Projekten und kompetenzorientierten Prüfungen - mit Fehleranalyse als Lernmotor.
  • Pragmatische Datenschutz-Architektur: Pseudonymisierte Zugänge, API-Zwischenschicht, Transparenz- und Fortbildungslogik; damit realisierbar im Schulalltag.
  • Fächerbreite & Ethik: Systematisch verankerte ethische Dimensionen (Bias, Deepfakes, CO ₂) statt technik-naiver Begeisterung.

Offene Punkte / Grenzen

  • Ausstattung & Gerechtigkeit: Viele Beispiele setzen 1:1-Tablets und stabile Infrastruktur voraus; Skalierung an Schulen ohne diese Basis bleibt offen. (Bronners Seiten beschreiben gute Praxis, keine flächendeckende Implementationsstudie.)
  • Fobizz als Schlüsselakteur ist pragmatisch, schafft aber Abhängigkeiten (Kosten, Verfügbarkeit, Datenpfade). .
  • Prüfungsfairness: Die Abitur-Prognose (2028-2030) ist plausibel, aber normativ strittig: Vergleichbarkeit, Zugangs- und Hilfsmittelgerechtigkeit sowie fachspezifische Standards müssten länderspezifisch geklärt werden.
  • Didaktische Heuristik "älteres Modell": Für Fehleraufdeckung sinnvoll - aber kann Lernende an veraltetes Fehlverhalten der Modelle gewöhnen; Transfer auf neuere, guardrail-stärkere Systeme sollte mitgeplant werden.