Medien & Gesellschaft

KI statt Schulbuch

Von Volker Wacker

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Schule im KI-Zeitalter: Was das Interview mit Benedict Kurz klar macht

Abbildung 1 zum Beitrag "KI statt Schulbuch"

Schule im KI-Zeitalter: Was das Interview mit Benedict Kurz klar macht

"Es gibt noch viel zu viele Lehrkräfte, die ausschließlich mit alten Schulbüchern unterrichten" - dieser Satz von Benedict Kurz, Gründer der Lern-App Knowunity , stand am 18. August 2025 in der Welt. Mehr als 21 Millionen Schülerinnen und Schüler nutzen seine Plattform bereits, und Kurz, selbst erst 23 Jahre alt, gibt dem deutschen Bildungssystem im Interview bestenfalls die Note "Drei minus". Seine Analyse zeigt: Bestimmte Unterrichtspraktiken sind durch den Einzug der Künstlichen Intelligenz (KI) schlicht überholt - und Lehrerinnen und Lehrer müssen ihre Rolle neu denken.

Obsolet: Hausaufgaben, die KI in Sekunden löst

Kurz stellt klar: Bis zu 90 Prozent klassischer Hausaufgaben kann KI übernehmen. Die Folgerung liegt auf der Hand: Aufgaben, die sich automatisieren lassen, haben keinen pädagogischen Sinn mehr. Schule braucht stattdessen neue Formate - projektorientiert, reflexiv, komplex -, die Schüler herausfordern statt bloß ihre Apps.

Obsolet: Prüfungen als reine Gedächtnistests

Faktenwissen ist jederzeit abrufbar, Auswendiglernen verliert an Bedeutung. Kurz' Fazit: Prüfungen, die nur auf Reproduktion setzen, gehören der Vergangenheit an. Künftig müssen sie Kompetenzen messen - kritisches Denken, Urteilsfähigkeit, Problemlösungen.

Obsolet: Das Schulbuch als Leitmedium

Im Interview betont Kurz, dass Schüler unterschiedlich lernen - manche mit Videos, andere mit Podcasts, Quizzen oder Lernzetteln. KI kann Inhalte in Echtzeit in diese Formate übersetzen. Kein Schulbuch kann das leisten. Das gedruckte Lehrwerk bleibt zwar ein Hilfsmittel, als alleinige Grundlage ist es aber überholt.

Was Lehrer jetzt ändern müssen

Kurz betont, dass Lehrkräfte unverzichtbar bleiben - aber in neuer Rolle. Die Konsequenzen sind eindeutig:

  • Vom Stoffvermittler zum Lerncoach. Nicht bloß Stoff "durchnehmen", sondern Lernprozesse begleiten.
  • Fokus auf kritisches Denken. Quellen prüfen, Informationen validieren, Argumente entwickeln.
  • Digitale Mündigkeit lehren. Schüler nutzen KI ohnehin - also muss die Schule zeigen, wie man sie reflektiert einsetzt.
  • Gezielte Förderung. KI übernimmt Basisarbeit, Lehrer gewinnen Zeit für jene, die Unterstützung brauchen.

Fazit: Konsequenzen aus Kurz' Analyse

Das Interview in der Welt zeigt klar: KI ist nicht Beiwerk, sondern eine Zäsur. Sie macht klassische Hausaufgaben, Prüfungen als Gedächtnistests und das Schulbuch als Leitmedium obsolet. Wer daran festhält, verweigert den Anschluss. Kurz' Botschaft an Schulen ist unmissverständlich: KI ist längst im Alltag der Schüler angekommen. Die entscheidende Frage ist, ob Lehrkräfte und Bildungssystem den Mut haben, diese Realität anzunehmen - oder ob sie weiter realitätsfremd im 20. Jahrhundert verharren.

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