Schulpraxis

Mache ChatGPT zu einem echten Werkzeug: Master-Kontext und JSON Workflow

Von Volker Wacker

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Viele Menschen nutzen ChatGPT, doch nur wenige schöpfen sein Potenzial wirklich aus. Oft entstehen Antworten, die korrekt, aber flach klingen.

Abbildung 1 zum Beitrag "Mache ChatGPT zu einem echten Werkzeug: Master-Kontext und JSON Workflow"

Viele Menschen nutzen ChatGPT, doch nur wenige schöpfen sein Potenzial wirklich aus. Oft entstehen Antworten, die korrekt, aber flach klingen. Das liegt selten an der Technik - meist daran, dass sie ungezielt eingesetzt wird. Wer mit ChatGPT professionell arbeiten will, braucht Struktur, Klarheit und ein wenig Handwerk. Hier einige Empfehlungen aus der Praxis.

  1. Der Rahmen: Master-Kontexte Ein Master-Kontext ist wie ein persönlicher Werkzeugkoffer. Er definiert Stil, Aufbau, Quellenlogik und Qualitätsmaßstäbe für eine bestimmte Aufgabe - zum Beispiel journalistisches Schreiben, wissenschaftliche Analyse oder Unterrichtsplanung. Statt jedes Mal alles neu zu erklären, startet man mit einem klaren Rahmenbefehl: Master Presse, Master Didaktik oder Master Internetrecherche. ChatGPT greift dann automatisch auf alle passenden Regeln zu und schreibt konsistent, nachvollziehbar und im gewünschten Ton. Die entsprechenden Master-Kontexte legt man in einem Gespräch mit ChatGPT an und kann sie ständig erweitern und verbessern. Am besten nutzt man ChatGPT plus, die 20 Euro pro Monat sind eine hervorragende und lohnende Investition. Außerdem solltem an für seine diversen Themen in ChatGPT Plus immmer Projekte anlegen lassen. Man kann seine Master Kontexte allen Projekte durch entsprechende Anweisungen an ChatGPT zur Verfügung stellen. Und alle Anweisungen am besten immer durch Aufsprechen, Tippen dauert zu lange.
  1. Das Herzstück: JSON-Workflow Hinter jedem Master-Kontext läuft ein sogenannter JSON-Workflow. Das klingt technischer, als es ist. In Wirklichkeit öffnet sich nur eine kleine Eingabemaske, die nach den Kernparametern fragt: Thema, These, Zielgruppe, Ton, Zweck, Länge. Diese Struktur zwingt zur Präzision. ChatGPT arbeitet dadurch nicht mehr auf Verdacht, sondern auf klarer Grundlage - wie eine Redaktion, die zuerst das Briefing klärt, bevor sie schreibt. Das heißt, man instruiert ChatGPT die Master Kontexte mit einer JSON-Abfrage zu kombinieren. Dann wird beim Aufruf eines Master Kontextes oder Masters ChatGPT gezielt Fragen stellen, um in JSON, der Sprache, die er auch verarbeitet, gezielt nachzufragen, alles also scharf zu stellen: Stil, Länge etc.
  1. Die Tiefe: Deep Research Für fundierte Ergebnisse reicht reine Textproduktion nicht. Wer "Deep Research" aktiviert, verbindet zwei Quellenströme: das Internet und eigene Dokumente. ChatGPT analysiert beides gleichgewichtig, prüft Belege, vermeidet Spekulation. Dazu kann man auch hybrid arbeiten. Also im entsprechenden Master-Kontext die Anweisung hinterlegen, auch eigene Materialien, die man im Anhang hochlädt, zu berücksichtigen, mit auszuwerten. Da ChatGTP nur auf bestimmte Internetquellen zugreifen wird. Gerne gebe ich ihm gute und ausführliche Wikipedia-Texte im Anhang dazu, natürlich urheberrechtlich Unbedenkliches.

Das Ergebnis ist kein oberflächlicher Überblick, sondern eine nachvollziehbare, wissenschaftlich belastbare Synthese.

  1. Der letzte Schliff: Humanize it Technisch perfekte Texte können leer wirken. Mit Humanize it wird daraus Sprache, die atmet: kurze und lange Sätze im Wechsel, ein natürlicher Rhythmus, klare Bilder ohne Pathos. Ziel ist kein maschinenhafter Perfektionismus, sondern Lesbarkeit - Texte, die sich menschlich anfühlen, ohne ihre Präzision zu verlieren. Den Befehl Humanize it hinterlegt man am besten auch im Master-Kontext bzw. Im Master.
  1. Der empfohlene Ablauf
  • Wähle den passenden Master-Kontext (den Du mit Chat GPT gemeinsam erstellt hast und den er sich merkt. Du musst die Erinnerungsfunktion in den Eintellungen entsprechend richtig einstellen!).
  • Starte ihn - oder sage einfach "Nutze den Master XY".
  • Fülle die Eingabemaske mit Thema, These, Zielgruppe usw.
  • Bestätige den JSON-Entwurf.
  • Prüfe den fertigen Text kritisch, lass ihn ggf. weiter humanisieren, eventuell auch durch andere Tools. Und natürlich rate ich immer auch nochmals zu einer persönlichen Überarbeitung (my brain!)

So wird aus ChatGPT kein Zufallsautomat, sondern ein präzises Werkzeug. Wer diesen Weg geht, konditioniert die KI - nicht um sie zu verbiegen, sondern um sie auf das eigene Denken einzustimmen. Dann entsteht etwas, das Technik selten schafft: Klarheit mit menschlichem Klang.

Ausblick: Die Weiterentwicklung von KI, ChatGPT und anderen Angeboten, und die entsprechende Konditionierung für bestimmte Zwecke und Aufgaben durch professionelle Anbieter, wird dazu führen, dass es bald unmöglich sein wird, KI-unterstützte Texte von ausschließlich durch den Menschen erzeugte Texte zu unterscheiden. Das wird enorme Folgen haben, zunächst vor allem im Bereich des Journalismus, dann auch in der Literatur, dann auch im Bereich der Wissenschaften. Spannend wird es werden, wenn in 20 Jahren eine Generation die Welt bestimmt, die es nicht mehr gelernt hat, auf klassischen Weg Informationen zu finden, zu prüfen und zu verarbeiten, sondern mit KI aufgewachsen ist und mit dieser durch ihre schulische und weitere Ausbildung ging. Aktuell dominiert noch eine Generation, die ohne KI ausgebildet und akkulturiert wurde und damit Ergebnisse der KI mit dem klassisch erworbenen Wissen vergleichen kann, wobei auch diese Generation natürlich dazu lernt, Wissen aus KI bezieht. Die Hermeneutik des Wissens wird dann irgendwann KI dominiert erfolgen, nicht mehr durch den Menschen.

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