KI im Unterricht

NZZ 5. August 2025: KI macht große Sprünge

Von Volker Wacker

DruckenPDF

KI auf dem Mathe-Treppchen: Die Maschinen holen auf

Abbildung 1 zum Beitrag "NZZ 5. August 2025: KI macht große Sprünge"

KI auf dem Mathe-Treppchen: Die Maschinen holen auf

Eine Zusammenfassung des Artikels "Die künstliche Intelligenz macht einen Leistungssprung" aus der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) vom 5. August 2025

Können Maschinen bald besser Mathe als wir?

Ein Bericht in der Neuen Zürcher Zeitung lässt daran keinen Zweifel mehr. Dort analysiert Leonid Leiva Ariosa, wie sich Künstliche Intelligenz (KI) erstmals bei der Internationalen Mathematik-Olympiade (IMO) mit menschlichen Spitzenleistungen messen kann - und dabei erstaunlich gut abschneidet.

Was ist passiert?

Bei der IMO handelt es sich um einen der weltweit härtesten Wettbewerbe im Bereich Mathematik - 6 Aufgaben, verteilt auf zwei Tage, ohne Hilfsmittel, reine Denkleistung.

Die neuesten Modelle von Google Deepmind und OpenAI - darunter Gemini 2.5, Gemini 3 und GPT-4o - haben genau diese Aufgaben erhalten. Und sie haben gerechnet, kombiniert, bewiesen - so gut, dass sie erstmals das Bronze-Niveau deutlich übertroffen haben.

Laut NZZ lag das leistungsstärkste Modell bei 35 Punkten - zur Einordnung: Für Bronze reichen 15 Punkte, für Silber 25. Damit stehen die Maschinen auf einmal mitten im Feld der menschlichen IMO-Teilnehmer.

Zitat aus dem NZZ-Artikel:

"Ich bin sicher, dass 99,999 Prozent der Menschen auf der Welt keine einzige Aufgabe der Mathematik-Olympiade lösen könnten."

  • Frederik Trüer, AI Math Center

Was bedeutet das?

Die NZZ stellt zurecht die Frage, ob Mathematik - bislang ein Paradebeispiel menschlicher Logik und Abstraktion - noch lange als "letztes Refugium" der menschlichen Intelligenz gelten kann.

Denn: Die getesteten KI-Modelle arbeiten nicht mehr nur reaktiv oder regelbasiert, sondern zeigen Beweisführung, Transferleistung und teils sogar intuitiv wirkende Lösungsansätze.

Natürlich bleibt offen, wie stabil und nachvollziehbar diese Ergebnisse im Detail sind. Doch der Fortschritt ist real - und beängstigend schnell.

Fazit der NZZ - und mein Eindruck:

Die Neuen Zürcher Zeitung zieht ein klares Fazit:

"In einer Welt, in der KI immer schneller mit der Mathematik verschmilzt, drohen viele Mathematiker obsolet zu werden."

Das klingt dramatisch - und ist es vielleicht auch.

Denn was wir hier sehen, ist nicht nur ein technischer Durchbruch, sondern ein kultureller Einschnitt: Die Disziplin, die einst als Inbegriff menschlicher Denkleistung galt, wird nun von Maschinen gemeistert.

Und wie lange wird es dauern, bis wir auch im Schul-Alltag sagen müssen:

"Frag nicht den Mathe-Lehrer - frag gleich nur noch die KI."

← Zurück zum Archiv