Schulpraxis

LuL: KI als Helfer im Literaturunterricht

Von Volker Wacker

DruckenPDF

Im Literaturunterricht gibt es eine Tendenz, mit SuS verstärkt Jugendliteratur zu behandeln, und selbst berühmte Klassiker nicht mehr zu behandeln, weil die darin behandelten Themen den Horizont der Lerner (noch) überschreiten und oft...

Im Literaturunterricht gibt es eine Tendenz, mit SuS verstärkt Jugendliteratur zu behandeln, und selbst berühmte Klassiker nicht mehr zu behandeln, weil die darin behandelten Themen den Horizont der Lerner (noch) überschreiten und oft schwierig zu reflektieren sind. Das ist oft dann der Fall, wenn es um Themen gibt, die aus entwicklungsbedingten Gründen "schwierig" sind und die Lerner nicht zur Thematisierung in einer Klasse, in einer Unterrichtssituation ermutigen. Beispiel: Ein Liebesgedicht lässt sich in einer Klasse 9/10 oft auf den ersten Blick nicht wirklich gewinnbringend behandeln. Natürlich kann der Inhalt erfasst werden, aber eine Reflexion über die Thematik ist schwierig und wohl heikel. Dennoch gibt es einen Ausweg: die Thematik wird abstrahiert und in einen anderen altersbedingten Kontext transferiert. Also zum Beispiel: statt über "unerfüllte Liebe" - wird über das Thema: Wünsche und Träume gesprochen, die (bisher) nicht erfüllt wurde oder die sich definitiv nicht erfüllen lassen. Dann können auch SuS im Alter von 15/16 etwas beisteuern, auch aus eigener Erfahrung, und wenn es nur der sich wohl nicht mehr erfüllende Wunsch des Fußballprofis ist. Und was hat das jetzt mit KI zu tun: Nun, kommt man nicht selbst, auf einen solchen passenden abstrahierenden Transfer, dann bittet man die KI durch entsprechende Prompts darum. Und so kann man auch große Literatur mit zunächst nicht altersgerechten Themen nutzen, um über sich selbst nachzudenken und den Prozess der Reifung zu unterstützen.

← Zurück zum Archiv